Lahnwanderweg von Diez nach Laurenburg

(21.04.2014)

18 höhenintensive Kilometer auf dem Lahnwanderweg von Diez nach Laurenburg

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Über meinen Geburtstag wollten Franzi, Sophia und ich gemeinsam mit unseren Hunden die letzten 60 Kilometer des insgesamt 290 Kilometer langen Lahnwanderweges entlang wandern. Die Strecke von Diez nach Lahnstein am Rhein wollten wir in vier Tagen wandern. Dass es dann doch anders gekommen ist und wir die Tour bereits nach einem Tag abbrechen mussten kann man keinesfalls dem Wanderweg in die Schuhe schieben. Mit knapp 18 Kilo Gepäck, denn wir wollten zelten, waren die teilweise extremen Steigungen einfach zu anstrengend. Außerdem muss man sagen, dass man im April auch noch damit rechnen muss, dass das Wetter nicht mitspielt. Zudem waren wir mit Franzis schon etwas älterer Hündin Knolle unterwegs, für die allein schon die ersten Etappe viel zu anstrengend gewesen ist. Jetzt aber nochmal von vorn:

Am Vorabend unseres ersten Wandertages kommen wir in Diez auf unsrem Campingplatz “Zum neuen Mühlchen” an. Voller Vorfreude bauen wir unsere Zelte in traumhafter Lage direkt am Ufer der Lahn auf.

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Nach einem gemeinsamen Abendbrot geht es ab ins Zelt. Die Nacht ist dann aber alles andere als erholsam. Die Temperaturen sinken und wir frieren gewaltig. Als wir dann am nächsten Morgen unsere tonnenschweren Rucksäcke auf unsere völlig übermüdeten Körper verfrachten, beginnen wir bereits zu erahnen, dass der Tag kein Zuckerschlecken wird.

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Unterhalb des Schlosses Oranienstein gelangen wir durch den Wald in die Diezer Altstadt. Am Grafenschloss vorbei geht es durch die schmalen Gässchen Richtung Marktplatz.

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Wir unterqueren eine Eisenbahnstrecke und müssen nun den ersten längeren Anstieg meistern. Schön hier merken wir, dass die Tour für Knolle ein Problem werden könnte. Am Aussichtspunkt Schaumburger Straße ist dann schon die erste Pause nötig.

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Es geht ein Stück an einer Straße entlang. Schließlich wechseln wir auf die andere Seite und werden über einen schmalen Pfad ins nächste Tal geleitet.

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Hier kreuzt der Lahnwanderweg nochmals die Schienen, bevor er uns in Richtung Lahn weiter führt. Der Weg verläuft ein kurzes Stückchen eben durch Felder.

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Schließlich biegt der Weg in den Wald. Es geht bergauf. Oben angekommen werden wir jedoch schon bald mit der ersten Aussicht entschädigt.

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Ab und zu können wir durch den dicht bewaldeten Hang die Lahn erspähen.

IMG_6079Bis zur Aussichtspunkt Franzosenley verläuft der Pfad weiter direkt im Hang. Wir leinen dir Hunde an, da der Hang zur Lahn hin sehr felsig und steil wird. Auch einen kleinen Steg müssen wir passieren.

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Kurz hinter der Franzosenley führt der Weg uns steil hinauf bis wir einen Feldrand erreichen.

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Am Sonnenhof vorbei, wo man einkehren kann, geht es hinunter ins Lahntal. Kurz vor Balduinstein passieren wir einen Aussichtspunkt.

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Ein kleines Stück weiter den Berg hinunter machen wir nochmals eine kleine Rast. Wir erreichen Balduinstein und  durchqueren den Ort, um sofort auf der anderen Seite wieder den nächsten Berg zu erklimmen. Und jetzt fängt es auch noch an zu regnen. Wir kommen zu einer kleinen Aussichtshütte, bei der wir uns während des Regenschauers Schutz suchen. Nach etwa 30 Minuten hat der Regen aufgehört und wir laufen mit Sicht auf Schloss Schaumburg am Waldrand und über Feldwege ohne nennenswerte Steigungen weiter.

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Kurz zweimal hintereinander überqueren wir die selbe Straße und laufen dann im bewaldeten Hang weiter, bis wir am Aussichtspunkt Gabelstein vorbei kommen.

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Der Aussichtspunkt liegt etwa 100 Meter abseits des Weges hoch über dem Lahntal, welches man von hier gut überblicken kann.

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Auf schönen Waldwegen geht es weiter bis wir die Hölloch-Klamm erreichen. Der Weg führt uns hinunter, um – wie kann es anders sein – sofort wieder bergan zu gehen. Dieses ständige Auf und Ab lässt unsere Sorge um Knolle wachsen und mit dem Gewicht auf dem Rücken kann man den Weg auch einfach nicht gebührend genießen. Auf einem schönen Feldweg werden wir um das Örtchen Steinsberg herum geführt.

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Hier wollten wir eigentlich einen Abstecher zur Steinsberger Lay unternehmen. Wir sind mittlerweile aber ziemlich geschafft und wollen eigentlich nur noch ankommen. Das Ruppbachtal müssen wir jedoch vorher erst noch durchqueren. Auf schmalen Pfaden geht es in geschwungenen Serpentinen hinab. Wir kreuzen eine Straße und steigen auf der anderen Seite wieder in den Hang. Es beginnt kräftig zu regnen. Auch wenn die Sonne immer wieder durchkommt wird es recht kühl.

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Wir haben jedoch noch etwa drei Kilometer vor uns, bis wir unser Ziel in Laurenburg erreichen. Total erledigt und völlig durchnässt kommen wir am Gasthof zum Lahntal an. Eigentlich wollten wir hier auf der Wiese zelten. Wirklich Lust unsere Zelte bei strömenden Regen aufzubauen haben wir jedoch nicht. Zum Glück sind im Hotel noch Zimmer frei. Hier fällen wir schließlich auch die Entscheidung unsere Tour hier zu beenden.

Fazit:

Der Lahnwanderweg führt den Wanderer traumhaft schön durch das Lahntal. Dabei müssen allerdings etliche Höhenmeter überwunden werden. Auf unserem Teilstück war der Wanderweg vorbildlich ausgezeichnet. Die Hunde konnten große Strecken zwischen Diez und Laurenburg ohne Leine laufen. In den Hängen und beim durchqueren der Orte haben wir sie natürlich angeleint. Der Weg erfordert einiges an Kondition und sollte wirklich nur von fitten Hunden und ihren Besitzern begangen werden. Trotz des verregneten Wetters, der schweren Last auf dem Rücken und der Sorge um Knolle hat mich der Weg begeistert. Ich werde hier bestimmt wieder laufen – dann aber ohne Zelt auf dem Rücken.

Alle Bilder der Wanderung findet ihr hier:

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Weitere Informationen, inklusive Karte, Höhenprofil und Daten zum Download findet ihr unter:

http://www.lahnwanderweg.de/

2 comments

  • Vom Lahnwanderweg besiegt? 🙂 Das kenne ich nur zu gut.
    http://www.ultramarathonblog.de/trailrunning-auf-dem-lahnwanderweg-ein-augenoeffner/

    Aber wenn ich mir vorstelle, dass ich 18(!)kg auf dem Rücken hätte … Alter Schwede. 🙂
    Aber der Weg ist ja wirklich super. Lohnt auf jeden Fall wieder zu kommen.

    • Julia Salzsieder

      Hallo Benni,

      von der Landschaft war ich auch total begeistert.
      Eigentlich liebe ich es auch auf hügeligen oder bergigen Strecken unterwegs zu sein. Ich finde das bringt mehr Abwechslung.

      Für unsere Lahntour haben wir uns aber eindeutig zu viel vorgenommen.
      Zumindest bin ich jetzt erleichtert, dass auch andere den Weg als anspruchsvoll empfinden 😛

      Und bis zu der tollen Aussicht wie ihr in Obernhof sind wir ja gar nicht gekommen 😉

      Wenn ich mir jetzt auch noch vorstelle ich hätte die ganze Strecke laufen müssen…dann doch lieber 18 Kilo auf dem Rücken 😉

      Und wieder kommen werden wir in jedem Fall 😉
      Wenn auch ohne die 18 Kilo 😉

      Viele liebe Grüße
      Julia