3 traumhafte Tage im Peak District

Tag 3-5 (17. bis 19. Juli 2017)

Nach dem ausgiebigen Frühstück im White Cliffs Hotel, fahre ich mit Amy und Pluto noch kurz zum Dover Petrol Memorial, wo wir uns noch mal kurz die Füße und Pfoten an den Klippen vertreten, bevor es 450 Kilometer in den Peak District geht… Aber Moment mal! Dover Petrol Memorial? Da war ich doch an der französischen Küste schon unterwegs. Tja, hier in Dover, bei St Margaret’s at Cliffe gibts noch eins. Und was soll ich sagen, in New York steht angeblich ein drittes. Da komm ich jetzt aber so schnell nicht hin 😉

Dann geht es ab Richtung Autobahn. Das Linksfahren macht mir eigentlich überhaupt keine Probleme, allerdings finde ich das Auffahrtssystem zunächst extrem gewöhnungsbedürftig. Es gibt beim Auffahren nämlich eine Spur mit Einfädelungsstreifen und eine Ohne. Das hat zur Folge, dass auf den beiden Linken Spuren der Autobahn immer Chaos ist. In meinen Augen zumindest. So fahre ich lieber zügig in der Mitte und überhiole fleißig 😉 Bis hinter London sind die Autobahnen auch extrem voll. Dann beruhigt es sich allerdings. Nach etwas mehr als vier Stunden kommen wir dann auch im Peak District an, wo wir zu erst natürlich zu einer kleinen Wanderung aufbrechen.

Curbar und Baslow Edge

Im Vorfeld meiner Reise habe ich die Seiten der Nationalparks, aber auch private Blogs nach geeigneten Wanderungen durchsucht und bin beim Walking Englishman mehrfach fündig geworden. Auch bei der Runde entlang des Curbar und Baslow Edges habe ich mich an seinem Routenvorschlag orentiert.

Schon wenige Schritte hinter dem Wanderparkplatz erreichen wir bei herrlichem Wetter das Curbar Edge. Die Felswände sind beeindruckend und der Blick hinunter ins Tal ist fantastisch 🙂

Der Pfad schlängelt sich die gesamte Zeit entlang der Abbruchkante. Amy und Pluto springen immer wieder auf die Felsen und halten ihre Nasen in den Wind.

Mit einem entgegen kommenden Pärchen komme ich ins Gespräch und nutze die Begegnung gleich, um mich mit den Hunden fotografieren zu lassen 😉

Über einen etwas versteckt gelegenen und zugewachsenen Pfad gelangen wir in den Wald unterhalb der Felswand. Überall liegen große Felsbrocken verteilt und der Boden ist von Farnen bedeckt.

Schließlich verlassen wir den Wald und schlendern durch eine offene Weidelandschaft. Wir passieren einige Gatter, wobei von den Tieren noch nichts zu sehen ist außer deren Hinterlassenschafen 😉

Dann steigt der Pfad an, bis wir schließlich das Baslow Edge erreichen. Auch hier geht es bis kurz vorm Wanderparkplatz wieder entlang der Felskante. Himmlisch sag ich euch 🙂


Wir haben uns beim Wandern Zeit gelassen und so ist es schon früher Abend, als wir uns schließlich zu unserem Hotel nach Bakewell aufmachen.

Bakewell und das Rutland Arms Hotel

Eins vorweg… In den Ort hab ich mich verliebt. Bakewell ist einfach ein Traum. Alle Häuser sind aus Bruchstein, es gibt einen Fluss, der mitten durch die Stadt fließt, Parks, eine tolle kleine Promenade, etliche süße Pubs. Alles was das Herz begehrt also. Ich komme bestimmt wieder. Denn ich hab mich total wohl hier gefühlt.

Das Rutland Arms Hotel selbst liegt direkt am zentralen Kreisverkehr im Herzen der Stadt. Ich war in einem Nebengebäude auf der anderen Straßenseite untergebracht. Das war mir allerdings so ganz recht, hier gab es nicht so viel Publikumsverkehr und ich konnte mit den Hunden ungestört ein- und ausgehen 😉

Mein Zimmer war klein, aber echt nett. Abends saß ich oft mit einer heißen Tasse Tee (gabs auf dem Zimmer 😉 ) am Fenster und hab das Treiben vorm Hotel beobachtet 😉

Das Frühstück war top. Es gab leckere Marmeladen, Früchte, Milch, Säfte, Kaffee, Tee, Obst, Jogurt und eben auch das typische englische Frühstück auf Bestellung. Sehr gut, wenn man gestärkt zum Wandern aufbrechen kann 😉

Lathkill Dale und River Bradford

Für den zweiten Tag hab ich mir eine längere Wanderung vorgenommen. Auf über 16 Kilometern wandele ich nochmals auf den Spuren von Walking Englishman. Schon nach wenigen Schritten erreiche ich den River Lathkill. Das Tal präsentiert sich uns zauberhaft idyllisch mit glasklarem Wasser 🙂

Wir folgen dem Fluss weiter stromaufwärts, meist geht es im Halbschatten durch den Wald. Das ist aber auch gar nicht schlecht für meinen Sonnenbrand 😉

Relativ weit oben im Tal erreichen wir den Lathkill Wasserfall. Jetzt im Hochsommer führt er allerdings nicht besonders viel Wasser. Zum Hände und Gesicht erfrischen reicht es aber 😉

Erst hier wird mir bewusst, wie sehr sich das Tal mittlerweile verengt hat. An den Seiten ragen schroffe Felswände empor.

An der Holzbrücke biegen wir spontan auf einen Pfad, der uns in engen Serpentinen die Felswand hinauf führt. Oben angekommen werden wir mit einem 1A-Panorama-Pausenplätzchen belohnt 😀

Eine Weile laufen wir oberhalb des Canyons. Dann führt uns ein versteckter Pfad wieder hinab ins Tal, wo wir das Ende der Schlucht durchwandern.

Hinter der Schlucht verpassen wir unseren Abzweig und müssen uns eine Weile Querfeldein über die hoch bewachsenen Felder schlagen. Irgendwann treffen wir aber auch auf den Limestone Way, dem wir ab jetzt einige Kilometer folgen.

Wir passieren unzählige Gatter und müssen an einigen Stellen sogar über die Steinmauern klettern, wobei ich Amy und Pluto teilweise etwas helfen muss. Ein Griff am Popo und sie sind drüben. Die Schaffe scheinen unsere komische Art die Mauern zu überwinden interessant zu finden 😉

Wir schlendern durch einen Weiler, durchqueren eine Schlucht, kommen an einer großen Farm vorbei und halten uns dabei stets an die Hinweisschilder des Limestone Ways.

Dann irgendwann, nachdem wir eine Straße überquert, und einen Wanderparkplatz passiert haben, gelangen wir hinab ins Tal des River Bradford. Viele Einheimische nutzen das Tal als Naherholungsgebiet. Sogar im Flussschwimmbecken ist was los 😉

Wir streifen Youlgreave und stoßen bei Alport wieder auf den River Lathkill, dessen Strom wir jetzt bis zurück zum Wanderparkplatz hinaufwandern. Völlig erschöpft, aber überaus glücklich kommen wir schließlich am Auto an.

Hathersage Moor und Padley Gorge

Für unseren letzten Tag im Peak District ist für den Nachmittag Gewitter vorhergesagt. Deshalb fahren wir schon früh in Richtung Hathersage, wo wir das Moor erkunden wollen. Vom Wanderparkplatz geht es zunächst zum Millstone Edge. Allerdings ist es so nebelig, dass wir so gut wie keine Sicht haben. Ist aber nicht schlimm, denn diese Stimmung, bei Nebel völlig allein durch so eine Landschaft zu laufen hat schon was 😉

Irgenwann taucht vor uns das Higger Tor auf, eine markante Felsformation, die sich hoch über das Moor erhebt.

Oben angekommen treffen wir auf zwei Fotografen, die eine junge, halbnackte Frau fotografieren. Völlig unwirklich. Wenn ich etwas mutiger wär, hätte ich euch von dieser Szenerie gern ein Foto gemacht 😉 So blieb uns nur der verschämte Blick über Heide und Hochmoor 😉

Vom Higger Tor haben wir auch schon unser nächstes Ziel im Blick, Carl Wark, eine weitere Felsformation im Moor.

Hinter Carl Wark geht es dann wieder durchs Moor, bis wir plötzlich vor einem Bachlauf stehen. Ich wusste zwar, dass wir auf der Wanderung auf einen Bach treffen würden, hatte hier aber noch gar nicht mit ihm gerechnet. Zum Glück liegen ein paar Felsbrocken im Wasser, denn eine Brücke oder einen Steg zum überqueren gibt es nicht.

Nachdem wir den Bach nocheinmal kurz verlassen und eine Straße überqueren, folgen wir dem Lauf des Burbage Brooks bis zur Padley Gorge, einer Schlucht verborgen im Wald.

In der Schlucht sind die Bäume über und über mit Moos bedeckt, es hängen Flechten an den Ästen und es riecht angenehm feucht.

Im Wald geht es nun bergauf, bis wir eine Schafweide und schließlich das Moor erreichen. Schon kurz darauf sind wir wieder am Wanderparkplatz.

Stanage Edge

Da es noch recht früh ist, wir noch ein bisschen Energie haben und das angesagte Gewitter anscheinend zum Glück ausbleibt, fahren wir noch zum Stanage Edge, dem wohl bekanntesten und eindrucksvollsten der Edges, wo wir noch ein weitere kleine Runde gedreht haben 🙂 Eigentlich hätte man beide Runden gut kombinieren können. Allerdings wollte ich bei dem eigentlich vorhergesagten Gewitter nicht so lang unterwegs sein. Tja. So gehts manchmal. Auf der zweiten Runde gab es sogar ein wenig Sonne zwischendrin 😉

Die Fotogalerie mit den restlichen Bildern muss ich die Tage nachschieben. Der Empfang hier im North York Moors National Park ist zu schlecht 😉