Hochsauerland-Kammweg

(29.05 – 30.05.2014)

 34 waldreiche Kilometer von Züschen über den Kahlen Asten nach Winkhausen

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Am verlängerten Wochenende haben Amy, Pluto und ich mich mit Franzi und Sophia aufgemacht, den Hochsauerland-Kammweg zu erkunden. Muffin – Sophias Hund – war auch wieder dabei. 3 Mädels und 3 Hunde – das kann ja wieder mal heiter werden.

Die 34 Kilometer des Kammweges, der zu den zertifizierten Prädikatswanderwegen des Sauerlandes gehört, haben wir uns auf zwei Tage aufgeteilt. An einem Tag hätten wir die Strecke auch wegen der knapp 930 Höhenmeter niemals geschafft. Der Weg ist in beide Laufrichtungen mit einem roten Dreieck ausgeschildert. Wir haben uns für das Wandern entgegen der Laufrichtung entschieden. Die Beschilderung ist wirklich gut, so dass man sich auch getrost ohne Karte auf die Socken machen kann. An einigen Stellen trifft der Hochsauerländer auf andere bekannte Weitwanderwege – Rothaarsteig, Sauerland-Höhenflug und Winterberger Hochtour geben sich alle ein kurzes Stelldichein mit dem Kammweg. 

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1. Etappe: Winkhausen – Winterberg (ca. 14,5 km)

Die erste Etappe führt uns am Donnerstag im Dauerregen von Winkhausen nach Winterberg, bis unterhalb des Kahlen Astens. In Winkhausen führt der Kammweg hinter dem Hotel Deimann durch einen kleinen Park hinauf ins Gelände. In der ersten Stunde geht es stetig bergan – durch das Krakseln wird uns zumindest nicht kalt. Auf dem Kamm angekommen, sind die meisten Höhenmeter des Tages dann geschafft. Die Landschaft rechts und links des Weges ist wahrlich abwechslungsreich – dichte Wälder und weite Flächen wechseln sich ab. Die Fernsicht bleibt uns heute jedoch verwährt. Aufgrund des Dauerregens, der das Wandern dann doch etwas unangenehm macht, können wir die erste Etappe leider nicht wirklich genießen. Schade eigentlich, denn schön ist es hier wirklich!

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Da wir auf dem Campingplatz Hochsauerland direkt in Winterberg übernachten wollen, verläuft unser Weg jetzt noch ein Stück auf dem Rothaarsteig. Direkt in Winterberg zeigt sich der Steig höchst abwechslungsreich – hier eine kleine wilde Schlucht und da touristisch geprägtes Skigebiet. Nach weiteren 3,5 Kilometern, die dann doch noch mit einigen Höhenmetern gespickt waren, kommen wir durchnässt aber glücklich am Campingplatz an. Gegen Abend hört es dann endlich auf zu regnen – jetzt kann uns das auch egal sein – wir haben einen der beiden “Zeltplätze” unter dem Vordach der jetzt geschlossen Skiliftanlage ergattert. Wer ein warmes kuscheliges Plätzchen zum Übernachten braucht – ich zähle mich ab sofort auch dazu – findet mit seinem Hund aber bestimmt auch ein Zimmer in einem Hotel in der Nähe des Kammweges (zum Beispiel im Berggasthof Hotel Kahler Asten).

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2. Etappe: Winterberg – Züschen (ca 19,5 km)

Am Freitag, wandern wir zunächst die gleiche Strecke über den Rothaarsteig wieder zurück zum Kammweg. Ohne Regen macht das auch gleich schon viel mehr Freude. Durch die Hochheide geht es hinauf auf den aussichtsreichen Kahlen Asten. Von dort verläuft die Tagesetappe dann weiter über das Walddorf Mollseifen und den Rothaarkamm in Richtung Züschen. Besonders die grasbewachsenen, noch regenfeuchten Pfade auf dem einsamen Rothaarkamm haben es mir angetan. Vielleicht auch, weil die Sonne endlich raus kommt. Der Anteil der naturbelassen schmalen Pfade erscheint mir auf dieser Etappe insgesamt größer als auf der gestrigen Strecke. Angekommen an der Ziegenhelle muss natürlich zunächst der Aussichtsturm bestiegen werden. Bevor wir die letzten 7 Kilometer in Angriff nehmen, machen wir hier eine größere Pause. Von nun an windet sich der Weg tendenziell leicht bergab. Es geht durch Wald, Skigebiet und wieder durch Wald. Schließlich verabschiedet sich der Kammweg mit einer grandiosen Sicht auf das malerisch gelegene Züschen. Der Kreuzweg geleitet uns in den Ort. Unser Ziel ist erreicht. 

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Fazit:

Auf der gesamten Tour (außer im Raum Winterberg) haben wir nur sehr wenig andere Wanderer getroffen. Der Kammweg verläuft zu einem nicht unerheblichen Teil (40%) auf naturbelassenen, schmalen Pfaden. Besonders auf dem Rothaarkamm hat man das Gefühl allein auf der Welt zu sein. Ansonsten führt der Weg über breite, gut zu laufende Waldwege, die immer wieder auch Blicke in die schöne Landschaft ermöglichen. Das Wandervergnügen ist also vorprogrammiert. Zumindest solange es nicht wie aus Eimern kübelt. Nicht zu verachten sind allerdings die Anstiege, die auf dem Kammweg gemeistert werden müssen. Die vielen Höhenmeter müssen es auch sein, warum der Wanderweg als “schwer” eingestuft wird, denn bis auf die nötige Ausdauer braucht es keine besonderen Fähigkeiten um den Weg zu meistern. 

Auch für unsere Hunde war der Kammweg einfach ein Traum. Amy und Muffin konnten so gut wie die gesamte Strecke ohne Leine laufen – hier schnüffeln und da toben. Das Zusehen allein hat da schon Freude bereitet. Jäger, wie mein Pluto es ist, sollten aufgrund des doch sehr hohen Wildaufkommens allerdings an der Schleppleine laufen.

Insgesamt ist der Hochsauerland Kammweg ein wirklich empfehlenswerter Wanderweg für eine 2-Tages-Tour. Ob mit oder ohne Hund, wanderfreudige Naturliebhaber kommen hier bestimmt auf ihre Kosten. Wir werden in der Ecke bestimmt wieder laufen, wenn nicht sogar nochmal den gesamten Kammweg.

Weitere Informationen, inklusive Karte, Höhenprofil und Daten zum Download findet ihr unter:

http://www.sauerland.com/Sauerland-entdecken/Wandern/Praedikatswanderwege/Hochsauerland-Kammweg

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